Entlastung im Job durch Abgrenzen

Entlastung im Job erreichen

Wie Sie durch das Erkennen der eigenen Grenzen mehr Entlastung im Job erreichen.

Kürzlich erzählte mir ein Klient, sein Mitarbeiter (ich nenne ihn mal Manfred) würde ihn fürchterlich nerven. Zugleich suchte mein Klient dringend Entlastung im Job, sein Thema, um das er häufig kreiste, war Abgrenzen.

„Manfred nervt und entgrenzt mich!“

Manfred würde permanent rumjammern, fordere dauernd mehr Personal von ihm und würde sein „Nein“ dazu ignorieren. Manfred hätte außerdem Probleme in der Familie – seine Frau hätte ihn verlassen und nun darf er die Kinder nicht mehr sehen. Kein Wunder, weil der ja ständig jammert…

4 Schritte zur Grenzüberschreitung

Mein Klient verstrickte sich während seiner Ausführungen in einer unserer Coaching-Sitzungen immer weiter in die Geschichte von Manfred. Er schmückte sie aus, gab ihm innerlich Ratschläge und schraubte sich mehr und mehr in Manfreds Probleme. Im Grunde erklärte er mir, wie er es an Manfreds Stelle besser machen würde. Wir redeten vordergründig mehr als 1 Stunde über Manfred, hintergründig hörte ich eine Menge unerfüllter Bedürfnisse meines Klienten.

Je mehr Sie interpretieren, desto weniger hören Sie auf Ihre Bedürfnisse

Unterm Strich lässt sich sagen: Mein Klient machte Manfreds Probleme zu seinen eigenen. Und er ignorierte seine eigenen Bedürfnisse dadurch. Da war ein Gedankenkarussell bei ihm in Gang geraten, das mit der konkreten Situation zwischen Manfred und ihm nichts (mehr) zu tun hatte. Alles, was ich in dieser Stunde hörte, waren Interpretationen und Gedanken. Und daneben beobachtete ich vor allem: Je mehr er sprach, desto angespannter, ärgerlicher und wütender wurde er. Logisch, denn er grenzte sich nicht von Manfred ab sondern vermischte seine Themen mit denen von Manfred.

Sie können die anderen nicht ändern, nur sich selbst!

An einer Stelle unterbrach ich meinen Klienten. Es war an der Zeit, sein Muster offenzulegen. Ich hörte mich selbst zu ihm sagen: „Sie können die anderen nicht ändern, nur sich selbst“.

Anders ausgedrückt: Es ist um einiges zeit- und energiesparender, Wege zu finden, die einen selbst entlasten. Anstatt über Manfred und seine vielen Fehler nachzudenken. Deshalb saß er ja schließlich bei mir.

Weniger interpretieren schafft Entlastung

Sein formuliertes Ziel für den Coachingprozess war Entlastung im Job. Nun waren wir an einem Punkt, an dem ein Muster seiner persönlichen Grenzüberschreitung deutlich wurde. Kennen Sie das? Zerbrechen Sie sich auch manchmal den Kopf über andere? Interpretieren Sie Handlungen anderer? Geben innerlich Ratschläge?

Ich jedenfalls kenne es.

Das Problem dabei ist: Es ist unheimlich anstrengend, macht unfrei und ist grenzüberschreitend in mehrere Richtungen!

Denn mit inneren Urteilen und Interpretationen bewegen Sie sich außerhalb Ihrer persönlichen Grenze. Und Sie befinden sich zugleich in einem Bereich einer anderen Person.

Dein Bereich – mein Bereich

Mit den Grenzen verhält es sich eigentlich wie im Film „Dirty Dancing“

https://www.youtube.com/watch?v=-sYKI4A3uhc&feature=youtu.be:

Es geht um „deinen und meinen Tanzbereich. Ich komme nicht in deinen und du nicht in meinen und es wichtig, sich an diesen Rahmen zu halten“.

Warum? Weil sonst das Tanzen schwierig wird und die Leichtigkeit verloren geht. Man fängt an, aneinander zu ziehen. Das Tanzen wird schwerfällig.

So ist es auch bei der Arbeit. Sobald ich gedanklich und emotional im Bereich des anderen bin, wird es schwerer.

Beobachten Sie das doch mal an sich selbst!

Ab wann interpretieren Sie andere? (Ver-) Urteilen Sie manchmal? An welchen Stellen passiert das? Was sind konkrete Auslöser?

„Manfreds“ können sehr hilfreich zur Fokussierung sein

Bei meinem Klienten kam heraus, dass Manfred für seine persönliche Entwicklung als Führungskraft sehr hilfreich war. Er half ihm, mehr über sein Wesen herauszufinden.

Fällt Ihnen da spontan jemand ein? Der Nachbar, der jeden Morgen so trampelt? Die Freundin, die laute Geräusche beim Essen von sich gibt? Die Tochter, die Sie auf die Palme bringt mit ihrer Unordnung? Oder der Kollege, der jeden Morgen mit einer Leidensmiene ins Büro kommt? Meine persönliche Liste ist ziemlich lang…

Grenzen sind der Dreh- und Angelpunkt zur Entlastung

„Manfreds“ sind ein guter Marker für Grenzen. Denn durch Menschen, die uns auf den Zeiger gehen, können wir uns gerade durch unsere Grenze  leichter erspüren. Doch satt uns über die anderen aufzuregen, sie zu verurteilen oder über deren und unsere Grenzen zu gehen, können wir sie für unsere Persönlichkeitsentwicklung nutzen. Und zu unserer Entlastung! So war das auch bei meinem Klienten und Manfred.

Kümmern Sie sich um Ihre „Manfreds“!

Das Spannende ist, dass die Klärung von Grenzen Dreh- und Angelpunkt der eigenen Entlastung und Fokussierung ist. Je klarer Sie Ihre Grenzen haben und kommunizieren können, desto einfacher geht die Arbeit von der Hand. Denn dann sind Sie fokussiert. Wenn Sie also Ihre Arbeit leicht(er) machen wollen, dann ist es gut, wenn  Sie sich um Grenzen kümmern. Achten Sie darauf, wer Sie warum nervt! Interpretieren Sie nicht, sondern beobachten nur, was konkret passiert. Achten Sie dann nur auf Ihre eigenen Gefühle! Fokussieren Sie sich auf Ihr Inneres! Sind Sie genervt? Traurig? Frustriert? Oder mutig? Gelassen? Lustig? Was auch immer es ist, versuchen Sie nur, NICHT zu interpretieren – denn schon dann arbeiten Sie fokussiert an Ihrer Entlastung.

Wir hoffen, das macht Ihre Arbeit und Ihre Adventszeit leicht(er) ;-).

Probieren Sie es mal aus! 

 

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