Führungskompetenz: Wie Sie als Führungskraft Entlastung finden und authentisch bleiben

Gute Führungskraft

In letzter Zeit arbeite ich sehr viel mit Führungskräften, die sich fragen: Wie machen das denn die „echten“, die „richtig guten“ Chefs? Wie um alles in der Welt geht das denn nun? Wie bin ich als Mann ein guter Chef? Wie bin ich eine gute weibliche Führungskraft? Welche Führungskompetenz fehlt mir?

 

Warum sich dieses Thema bei mir gerade häuft? Das überlege ich ja auch und bin noch zu keiner plausiblen Antwort gekommen – falls Ihnen etwas dazu einfällt, melden Sie sich gern ;-).

 

Um ein/e „gute/r Chef/in“ zu sein, gibt es Handwerkszeug

 

Es gibt natürlich – das wissen Sie vermutlich selbst – eine Menge Handwerkszeug, das man als Führungskraft nutzen kann: Delegieren, Zeit- und Projektmanagementmethoden, Techniken der Gesprächsführung, diverse andere Führungstools und und und. Damit kann man sein Verhalten ändern und sich umorganisieren, das hilft und ist auch gut so. Aber: Langfristig fische ich damit nur an der Oberfläche.

 

Alles in bester Ordnung – von außen betrachtet

Dazu fällt mir eine sehr erfolgreiche Führungskraft ein, mit der ich einen längeren Prozess durchlaufen habe. Ich nenne ihn Achim. Achim entspricht vielen Klischees eines sehr erfolgreichen Mannes: Er sieht gut aus, trägt gut sitzende Anzüge, arbeitet hart und sehr viel, ist mit einer Frau verheiratet und hat 2 Kinder, verdient sehr viel Geld, hat mehrere schöne Immobilien, fährt mehrmals im Jahr in den Urlaub… alles in bester Ordnung, von außen gesehen.

 

Entlastung muss her – von innen betrachtet

Achim jedoch war komplett am Limit, stand total unter Druck und formulierte (auch auf Anraten seines Arztes) den dringenden Wunsch nach Entlastung. Ganz nebenbei bemerkt: Ein sehr gängiger Wunsch bei unseren Kunden. Achim kannte viele Tools, mit denen er sich entlasten und seinen (Führungs-)Alltag bewältigen konnte. Und trotzdem war er im Stress. Und ziemlich klar darüber, dass es für ihn so nicht weiterging.

 

Achim richtete sein Handeln fast ausnahmslos nach Erwartungen aus

Nach ein paar Sitzungen mit ihm wurde klar: Hinter seinem Wunsch nach Entlastung stand ein unreflektiertes Verhaltensmuster. Achim fand ziemlich schnell heraus, dass er sein Verhalten als Chef, als Mann, als Vater fast ausnahmslos nach den Erwartungen ausrichtete. Er versuchte Klischees zu erfüllen, die er für einen erfolgreichen Mann im Kopf hatte. Und dabei entstand, wie er es formulierte, nicht nur Druck, „ein Gefängnis von Zwängen“.

 

Erwartungen und Idealen kann man sich nicht entziehen

Entziehen kann man sich Klischees und Erwartungen nicht. Vorstellungen vom „Chef sein“, vom „Mann sein“, vom „Frau sein“, vom „Expertin sein“, vom „Freund sein“, vom „Vater sein“, vom „Mutter sein“ niemals. Dann wäre man ein Eremit, ein einsamer Mensch und würde losgelöst von anderen Menschen leben. Das geht ja nun auch nicht.

 

Ideale im Kopf sind ein guter Antrieb

Aber: Wenn ich mich den Erwartungen nicht entziehen kann, dann muss ich doch versuchen, sie zu erfüllen! Das war Achims spontane Reaktion – absolut nachvollziehbar! Versuchen Sie das auch? So zu sein, wie es das Ideal im Kopf vorgibt? Ich schon! Und das ist ein guter Antrieb! Es verschafft mir einen Platz, Anerkennung und das Gefühl der Zugehörigkeit. Dieser Antrieb hilft bei der Entwicklung, keine Frage!

 

Hopp oder Top!

Schwierig wird es erst dann, wenn es in ein „Hopp- oder Top-Denken“ mündet.  Dieses „Schwarz oder Weiß“ ist ein ziemlich gängiges Muster. Entweder ich erfülle das Klischee oder nicht, entweder ich bin eine Unternehmerin oder nicht. So entsteht Spannung, Druck und Stress und irgendwann der Wunsch nach Entlastung. Nach diesem Motto lebte auch Achim.

 

Was wollen Sie sein?

Überlegen Sie doch mal! Was wollen Sie sein? Eine gute Chefin? Ein erfolgreicher Unternehmer? Eine gute Kollegin? Ein Freund? Und wie sind dann Ihre genauen Vorstellungen dazu? Was ist eine echte Chefin? Ein Mann? Eine Frau?…

 

Immer eine gute Chefin sein – ein Ding der Unmöglichkeit

Was ich – vor allem als ich mich einmal länger mit den Gedanken von Judith Butler beschäftigt habe – für mich herausgefunden habe, ist: Ich kann diesen Anforderungskatalog der Ideale nicht erfüllen. Das Scheitern ist hier vorprogrammiert. Das fühlte auch Achim, deshalb hatte er ja diesen Druck. Und dann? Dann hat sich seine Perspektive verändert.

 

Ein guter Chef werden – ein nie abschließbarer Prozess

Judith Butler, die US-amerikanische Philosophin, wurde vor allem durch Gender-Debatten in der Öffentlichkeit bekannt. Ihre Gedanken lassen sich aber auch auf Führungskräfte übertragen. Sie sagt: Es geht um ein permanentes Werden, nicht um das Sein. Und hier lag für Achim der Schlüssel zur Entlastung.

 

Werden statt sein: Darin liegt die Entlastung

Als Achim für sich festgestellt hatte, in wie vielen Punkten er sich gedanklich in Gefilden aufhielt, die er nicht direkt beeinflussen konnte, fiel ihm die Arbeit und letztlich auch sein Leben leichter. Er fragte sich immer wieder: Ist das etwas, was ich verändern kann? Oder ist das etwas, was mich zwar interessiert, jedoch nicht veränderbar ist (so wie beispielsweise auch das Wetter). Ganz nach dem Motto „Change it, accept it or leave it!“…

 

Wie geht es Ihnen, wenn Sie von Achims Geschichte lesen? Können Sie seinen Druck nachempfinden und geht/ging es Ihnen manchmal ähnlich? Hinterlassen Sie uns einen Kommentar oder schreiben Sie uns an office[at]ludewig-rimasch.de.

Ihre Katharina Ludewig und Wiebke Rimasch

 

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