Grenzen als Führungskompetenz (gilt auch für Selbstführung).

Grenzen als Führungsinstrument (gilt auch für Selbstführung)

Zugegeben: Es wird Sie vielleicht ein wenig Überwindung kosten, dieses Instrument anzuwenden. Dafür werden Sie schnell spüren, wie effektiv es ist. Und wie simpel.

Es geht um Grenzen. Und zwar um Ihre.

Ja, genau. Es geht um bspw. Ihre Belastungsgrenzen. Um die Grenzen Ihrer Toleranz, um Werte und Haltungen, die Ihnen dermaßen wichtig sind, dass Sie diese nicht verletzen wollen.

Dann, wenn Sie „Nein“, „Stopp“ und „Mit mir nicht!“ sagen wollen.

Oder um die Situationen, in denen Sie nicht weiterwissen. Die Momente, in denen Sie genau spüren, dass Sie mit Ihren bewährten Mitteln nicht weiterkommen.

Dann, wenn Sie „Ich weiß nicht“, „Ich habe keine Lösung.“, „Ich kenne mich da nicht aus.“ sagen wollen.

Wenn es unangenehm wird. Wenn Sie scheitern. Wenn Sie überfordert sind.

Also eigentlich all diese Situationen, die man gerne vermeidet. Und ich sage Ihnen nun: Genau diese „Grenzerfahrungen“ brauchen Sie. Und Ihre MitarbeiterInnen.

Wo kämen wir denn hin, wenn jeder seine Grenzen transparent machen würde?

Nun, wir würden in einer Welt leben, in der jede/r sichtbar macht, was er/sie eigentlich will. Wir würden nicht mehr um den heißen Brei reden. Wir würden klar kommunizieren, worum es eigentlich geht, statt zu taktieren, lavieren und uns hinter „künstlichen“ Grenzen zu verstecken („das ist bei uns die Regel“, „das haben wir schon immer so gemacht“ etc.)

Schauen wir uns das Ganze doch mal an:

Warum brauchen Ihre MitarbeiterInnen ein Gespür für Ihre Grenzen?

  • Positionierung & Führung: Wenn Sie Ihre Grenzen sichtbar machen, positionieren Sie sich (zu einer Sache). Sie werden dadurch greifbar. Ihre MitarbeiterInnen bekommen ein klares Bild von Ihnen. Damit sorgen Sie für Transparenz und Klarheit – was Ihnen in Ihrer Führungsaufgabe zu Gute kommt: Ihre MitarbeiterInnen können Sie besser einschätzen und somit leichter antizipieren, wie Sie handeln würden. D.h. Sie müssen nicht mehr für jede Entscheidung befragt werden, wenn die MitarbeiterInnen einschätzen können, wie diese ausfallen würde.
  • Authentizität & Vorbildfunktion: Wenn Sie Ihre Grenzen ehrlich benennen, macht Sie das menschlich. Am Beispiel: Ihren MitarbeiterInnen ist eh klar, ob Sie die Präsentation gerade versemmelt haben. Wenn Sie darüber offen sprechen, ermöglichen Sie so eine Auseinandersetzung über Fehler – und deren eigentlichen Sinn: Verbesserung und Lernen. Und wenn Sie Ihre Grenzen sichtbar machen, also bspw. ein „Nein“ aussprechen, weil Sie jetzt wirklich eine Pause brauchen, dann sorgen Sie nicht nur für sich: Ihre MitarbeiterInnen spüren so, dass es gewollt ist, auf sich und die eigenen Grenzen zu achten, statt diese permanent zu übertreten.

Warum brauchen Sie ein Gespür für Ihre Grenzen?

  • Selbstführung: Neben der Führung nach außen geht es auch um Sie persönlich: Um Ihr Selbstmanagement. Konzentrieren Sie sich auf Ihren Einflussbereich, und nutzen Sie den klaren Rahmen, der Ihre Grenzen definiert. Bleiben Sie handlungsfähig, statt sich zu über- oder unterfordern. Bewegen Sie sich in diesem Rahmen – stets mit dem Wissen, dass Sie ihn erweitern können:
  • Lernen und Entwicklung: Wie wir weiter oben festgestellt haben, ist das Stoßen an Grenzen ein Hinweis auf einen Mangel. Es wird deutlich, dass es Ihnen an Kompetenz, an Wissen, an Informationen fehlt. Eine Erkenntnis, die wir gerne mal vermeiden. Fühlt sich unangenehm an? Ist aber hervorragend! Denn nur wenn Sie merken, dass Ihnen etwas fehlt, können Sie handeln, um das zu ändern. Also erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Reflexionsfähigkeit! Und dann: Lassen Sie sich darauf ein. Auf das Nicht-Wissen. Dieses löst eine „Suchbewegung“ aus. Sie machen sich auf, eine Lösung zu finden. Weiter-Entwicklung, Fort-Bildung passiert.
  • Verletzlichkeit und Komplexität: Passen Sie dabei ein wenig auf und stürzen Sie sich nicht sofort auf die vermeintliche Lösung. Oftmals ist dieser Zustand des Mangels, des Nicht-Wissens mit einer großen Anspannung verbunden. Weil Sie vielleicht denken, Sie müssten immer alles wissen. Sofort eine Lösung haben. Funktionieren, keine Schwäche zeigen. Dieser Reflex sorgt nur dafür, dass Sie zu schnell in den Lösungsmodus gehen. Dann werden gerne einfache Lösungen gefunden – die aber dem meist komplexen Problem nicht gerecht werden. Lassen Sie sich auf den Lernprozess ein und profitieren Sie langfristig davon:

Kennen Sie die Metapher vom Hummer? Wenn ein Hummer wächst, dann wird ihm irgendwann die Schale zu klein – und er muss sie abwerfen, um sich eine neue, größere wachsen zu lassen.

In dem Moment, in dem er sie abwirft, ist er schutzlos. Gleichzeitig ist auch genau das der Moment, in dem er wächst.

D.h. der Panzer, die Schale des Hummers ist eine „natürliche“ Grenze. Das Abwerfen dieser macht ihn verletzlich und gleichzeitig flexibel, um – im wahrsten Sinne des Wortes – über sich selbst hinaus zu wachsen.

Je mehr Panzer, desto weniger Fortschritt.

Sie erkennen die Parallele? Dieses Maß an Offenheit kommt nicht nur Ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung zu Gute. Die Metapher lässt sich auf ganze Unternehmen übertragen: Je mehr diese sich in starren Strukturen und hierarchischem Denken (=Panzer) verlieren, desto weniger Flexibilität und Innovation. Je mehr es sich Ungewissheit und Offenheit zumutet, desto größer wird die Veränderungs- und Entwicklungsfähigkeit.

Trauen Sie sich also, Ihre Grenzen und die Ihres Unternehmens auszuloten. Und sich dann auf das Unbekannte einzulassen.

Wie? Fangen Sie klein an. Und bei sich selbst. Wie immer sind es bei Veränderungen kleine Schritte, die entscheiden.

Reflektieren Sie mit der Methode des Journaling. Schreiben Sie jeden Tag Ihre Gedanken bzgl. Ihrer Grenzen (und Ihres Unternehmens) auf.

  • Für die Eiligen: 5 Minuten lang.
  • Für die Intensiven: 10 Minuten lang.

Setzen Sie den Stift während dieser Zeit nicht ab. Schreiben Sie. Erforschen Sie so das Unbekannte – ohne zu wissen, wohin Sie steuern. Wenn Ihnen nichts einfällt, dann schreiben Sie einfach, was Sie am Wochenende planen, Ihre Einkaufsliste usw. Es geht darum, diese neue Gewohnheit zu installieren. Je mehr Übung Sie dann haben, desto tiefer werden Ihre neuen Erkenntnisse.

Viel Freude dabei wünscht Ihnen

Wiebke Rimasch

 

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