Komplexität – wie Sie gute (Führungs-)Entscheidungen treffen

Komplexität fordert neue Führung

Herausforderung Komplexität: Was das Leben in einer dynamischen (Arbeits-) Welt leichter macht

Komplexität managen, schwierige Entscheidungen zu treffen, das ist Kopfsache. Auf den ersten Blick jedenfalls. Mit unserem Artikel wollen wir Ihnen zeigen, dass Hirn nicht unbedingt notwendig ist, um sich in komplexen Situationen zurechtzufinden. Und was Ihnen stattdessen hilft, um Ihre Führungsaufgaben zu meistern.

Komplexität ist Kopfsache, oder?

Bei unserer Arbeit in Unternehmen und Organisationen begegnet uns häufig die Einstellung, dass komplexe Entscheidungen vor allem gut durchdacht sein müssen. Kürzlich beschrieb das ein Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens in etwa so:

 „Ich liege nachts wach, grüble hin und her, wäge Argumente anhand einer Pro- und Contraliste ab und versuche dann, eine gute Entscheidung zu treffen“

Dabei sei er die ganze Zeit unter Druck und angespannt – übrigens genau das Thema seiner Entscheidung: Umgang mit Stress durch die immense Arbeitsbelastung.

Hauptsache alles gut durchdacht?

Dieser „nächtliche Entscheidungsprozess“ kommt Ihnen bekannt vor?

Uns auch!

Es ist doch so: Bei der Suche nach einer guten Lösung betrachten viele Führungskräfte etwas aus unterschiedlichen Blickwinkeln und treffen dann, bestenfalls, eine „durchdachte“ und fundierte Entscheidung.

Aber reicht das? Was braucht es, um mit Komplexität wirklich gut umgehen zu können? In der Führung – im Alltag?

„Komplexe Entscheidungen werden in allen möglichen Zusammenhängen getroffen“, so Prof. Dr. Dagmar Borchers von der Universität Bremen. Sie ist Hochschullehrerin für Angewandte Philosophie.

Das gilt übrigens auch jenseits des Führungsalltags, in ganz „normalen“ Situationen:

Erdbeer- oder doch lieber Aprikosenmarmelade?

„Das fängt schon im Supermarkt an: Da stehen nicht mehr 20, sondern 200 Marmeladen“, erläutert Prof. Dr. Dagmar Borchers. Das überfordert: Es gebe keine vorgegebenen Wege und Patentrezepte, nach denen man handeln kann. Genauso verhält es sich mit ökonomischen oder politischen Entscheidungen, nur dass diese viele betreffen. Sie haben mit ihrer Komplexität umfassende Auswirkungen auf viele Menschen. Und das überfordert noch viel mehr. Ein Grund, warum Sie nachts dann wach liegen: Sie wissen um die Konsequenzen Ihrer Entscheidung. Von daher wollen Sie es gut machen.

Aber wie geht gut?

Komplexität? Handeln Sie wie ein Pilz!

Interessant ist hier ein Blick über den Tellerrand: Denn auch einfache Lebensformen – wie bestimmte Pilze (Physarum) – treffen ohne Gehirn komplexe Entscheidungen.

„Physarum“ „kann den kürzesten Weg in einem Labyrinth finden und entwirft robuste und effiziente Transportnetze“. Wie? Indem der Pilz als ein Netzwerk aus einzelnen verknüpften Adern einer einzigen Zelle mit mehreren Zellkernen die Zellflüssigkeit durch die Adern fließen lässt. Mit dieser Netzwerkstruktur, die bis zu mehreren Quadratmetern wachsen kann, gelingt es Physarum, komplexe Optimierungsaufgaben zu lösen.

Das Netzwerk entscheidet, wie sich der Schleimpilz weiterentwickelt, um Nahrungsplätze zu finden oder Gefahrenzonen zu meiden ­– ganz ohne Gehirn und zentrales Nervensystem.

Bestimmend für die Entscheidung ist die Struktur des Prozesses

Das heißt: Einerseits ist es weit verbreitet, in komplexen Situationen rational zu entscheiden. Das sorgt für Stress, weil die Entscheidungsstrategie nicht mehr ausreicht.

Denn Komplexität entsteht durch Dynamik und Unvorhersehbarkeit, denen der oben beschriebene Geschäftsführer versucht, mit Wissen zu begegnen.

So haben wir es gelernt.

Wissen jedoch hilft nur in Situationen weiter, die mit Regeln oder Bedienungsanleitungen beherrschbar sind.

Komplexe Situationen erfordern jedoch auch etwas anderes: Können bzw. Intuition, Vertrauen, Reflexionsvermögen und letztlich eine Haltung.

Entscheidungsträger und Führungskräfte müssen sich oftmals in widersprüchlichen Rationalitäten zurechtfinden: Rechtliche Rahmenbedingungen, politische Opportunismen, administrative Vorgaben und wirtschaftliches Effizienzstreben prallen aufeinander. Hier helfen „Schema F“-Lösungen nicht weiter. Hier sind Sie gefragt, klar Position zu beziehen und Orientierung zu geben. Dazu müssen Sie eine „innere Klarheit“ besitzen.

4 Fragen für mehr Klarheit, um in komplexen Situationen zu führen

Nehmen Sie sich etwas Zeit und finden Sie heraus, nach welchen Werten und mit welcher Vision Sie handeln wollen. Denn auch wenn sich inhaltliche und sachliche Argumente in den jeweiligen Situationen immer unterscheiden, gibt es doch bestimmte Mechanismen und Abläufe, die bei jeder Entscheidung zu beachten sind. Dazu hilft es im ersten Schritt vor allem, die eigene Führungshaltung zu reflektieren.

Bearbeiten Sie dazu, falls Sie mögen, folgende Fragen:

  1. Was genau ist Ihnen wichtig bei der täglichen Führungsarbeit? Welche Werte wollen Sie vertreten?
  2. Wer ist für Sie eine ideale Führungskraft bzw. ein Vorbild? Was genau tut diese Person, was Sie beeindruckt?
  3. Wofür wollen Sie mit Ihrer Führungsarbeit stehen? Was wünschen Sie sich, was andere (MitarbeiterInnen, Vorgesetzte, KundInnen, KollegInnen) mal über Sie sagen?
  4. Was können Sie kontinuierlich in ihren beruflichen Alltag einführen, um Ihre Haltung immer wieder in den Blick zu bekommen?

 

Tipp: Mit unserem Emailkurs „Führung einfach gemacht“ können Sie Ihre Führungshaltung gezielt weiter auszubauen. 5 Tage lang erhalten Sie dazu eine Mail mit Impulsen, Tipps und Reflexionsaufgaben. Sie können hier sofort anfangen!

Falls Sie Fragen haben oder sich Unterstützung wünschen, melden Sie sich gerne bei uns unter office@ludewig-rimasch.de

Ihre Wiebke Rimasch und Dr. Katharina Ludewig

 

 

Gratis Mailkurs "Führung einfach gemacht"

Entwickeln Sie als Führungskraft Ihre FührungsSTÄRKE weiter – zielsicher, kompetent und menschlich.

Im Kurs erhalten Sie 5 Tage lang eine Lektion per Mail + unseren Support. Probieren Sie es aus!

privacy Kein Spam und volle Datensicherheit. Garantiert.

 

 

Leave A Response

* Denotes Required Field

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.