Wie Ihnen das Neinsagen als Führungskraft leichter fällt

Sind Sie ein Jasager oder eine Neinsagerin?

Sie möchten nicht, dass ihr Verhältnis zu den Kollegen einen Kratzer bekommt und sagen deshalb Ja, obwohl Sie Nein meinen?

Doch eigentlich sind Sie überlastet und würden gerne wissen, wie man sich abgrenzen kann?

Dann könnte ein Blick auf das Thema Neinsagen ganz hilfreich sein. Denn:

Neinsagen kann man üben und lernen

Das kann ich aus eigener Erfahrung zumindest unterstreichen:

Kürzlich habe ich mit einem Projektleiter gearbeitet, der mir von einem Anruf seines Chefs erzählte. Der Chef wollte ihm eine zusätzliche Aufgabe geben. Der Chef ist nett, sie haben einen freundschaftlichen Umgang und kennen sich seit Jahren. Der Projektleiter jedoch ist schon seit Längerem ‚voll bis obenhin’ und an seiner Belastungsgrenze.

Er weiß eigentlich, dass er nicht mehr leisten kann, dennoch macht er die zusätzliche (Dauer-)Aufgabe.

Ob ein Nein den Chef tatsächlich gekränkt oder ihn in Probleme gebracht hätte, weiß der Projektleiter nicht.

Dennoch hat er die Zusatzaufgabe übernommen und sitzt deshalb nun noch länger am Schreibtisch und ärgert sich.

Sein Partner wird ebenfalls ärgerlich, weil er sich mehr Zeit mit seinem Mann wünscht. Und das Buch, über das gerade alle reden, wird der Projektleiter auch nicht lesen – keine Zeit. Er ärgert sich weiter, weil es ihm an einer Kernkompetenz fehlt: Dem Neinsagen. Er nimmt deshalb den Groll in Kauf, der dadurch entsteht.

Er kann Menschen, vor allem, die ihm am Herzen liegen, nur schwer Wünsche abschlagen – und wenn, dann erst dann, wenn er schon sehr über seine eigene Grenze gegangen ist.

Er beschrieb mir in einem Coaching, das er möchte, dass alle ihn mögen und dass vor allem der, der gerade vor ihm steht, ihn mag. Und dass es ihm leicht fällt, das Nein von anderen leicht zu akzeptieren. Er ist nicht böse, wenn eine Mitarbeiterin einen Auswärtstermin nicht übernehmen kann, dann findet er eine andere Lösung.

Doch ein guter Chef sollte Neinsagen können. Und das auf eine freundliche und begründete Art.Und er muss auch damit klar kommen, dass ihn nicht alle mögen. Chef sein ist dann manchmal auch etwas einsam.

Das Neinsagen ist auf den ersten Blick viel schwieriger als das Jasagen, besonders für diejenigen, die es harmonisch mögen. Hier könnte man natürlich tiefenpsychologisch fragen: Haben die Eltern des Projektleiters früher ein Nein des Kindes akzeptiert, wenn es begründet war? Oder gab es vielleicht Liebesentzug, Wut oder Gewalt? Welche Bedürfnisse bringen den Projektleiter dazu, Ja zu sagen und Nein zu fühlen?

Lösungsorientiert jedoch ist folgende Frage hilfreicher:

Wie lernt man das ‚richtige’ Neinsagen?

Eine einfache Sache, die sich auch leicht üben lässt ist: Man erbittet sich Bedenkzeit. Und in dieser Bedenkzeit versucht man dann etwas genauer zu erspüren, welche Bedürfnisse sich gerade eigentlich melden. Ist es Ruhe, Harmonie, Nähe oder Anerkennung, die ich brauche? So kann ich mein Nein besser begründen.

Hilfreich sind auch das 4-Schritte-Modell der Gewaltfreien Kommunikation nach Dr. Marshall Rosenberg. Dieses Modell dient bei unserer Arbeit oft als Leitfaden, um die wichtigsten Faktoren einer hilfreichen Kommunikation zu lernen.

Ich habe das auch (ziemlich intensiv) mit dem Projektleiter geübt – sowohl zur Selbstklärung als auch als Übung des tatsächlichen Neinsagens. Beides ist mit dem 4-Schritte-Modell möglich.

Denn man kann damit Neinsagen ohne Vorwürfe und ohne Bewertungen ­– ohne Gewalt eben.

Machen Sie bitte Folgendes:

  1. Beschreiben Sie Ihre derzeitige Situation (Bewerten und interpretieren Sie nicht)!

„Wenn ich sehe/erlebe/höre, dass …“

  1. Was ist mein Gefühl (nicht meine Gedanken)?

„…. dann fühle ich mich…“

  1. Beschreiben Sie Ihre dahinter stehenden Bedürfnisse (nicht Ihre Wünsche)!

„…weil ich das Bedürfnis nach … habe.“

  1. Formulieren Sie eine Bitte (keine Forderung)!

„Deshalb bitte ich Sie …“

Außerdem könnte man anschließend auch einen Kompromiss, ein „Ja, aber…“ anbieten.

Menschen die dann ein ‚Nein’ nicht einfach akzeptieren, können vermutlich selbst sehr gut Nein sagen.

Hier könnte man auch sauer werden, eher aus Hilflosigkeit und Unsicherheit heraus: „Jetzt hab ich mich schon überwunden und jetzt bohrt der auch noch nach!“

Hier ist es hilfreich, die eigene Grenze zu bemerken und beharrlich zu formulieren, was man sich (vielleicht) vorher – mit dem 4-Schritte-Modell – zurecht gelegt hat.

Das üben der Projektleiter und ich regelmäßig. Denn: Mit dem Neinsagen bekennen wir uns zu uns selbst und zu unseren Bedürfnissen.

Wir werden sichtbar für die anderen (und warum gerade das so wichtig ist, erfahren Sie in unserem kostenfreien Emailkurs)

Wir sagen dann: „So bin ich und haben dann auch die Möglichkeit, authentisch zu sein – das lohnt sich, denn es entlastet und hilft dabei, sich treu zu sein.“

Ihnen viel Vergnügen beim Ausprobieren – lassen Sie uns doch wissen, wie Ihre Erfahrungen damit sind. Oder haben Sie selbst praktische Tipps, wie  das Neinsagen leichter gelingt? Teilen Sie sie mit uns!

 

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